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Achtung!

Hufrehe ist eine ernstzunehmende Erkrankung mit Auswirkungen auf den Hufbeinträger. Wenn Sie der Meinung sind, dass ihr Pferd akut an Hufrehe leidet, muss zwingend und unverzüglich ein Tierarzt hinzugezogen werde.
Im akuten Stadium der Rehe können Stunden über den Erfolg oder Misserfolg einer Behandlung entscheiden.

Der Hufschmied arbeitet bei Hufrehe eng mit dem Tierarzt zusammen, ist aber bei der initialen Erkrankung nicht der erste Ansprechpartner.

Beispiel eines Hufrehebeschlags bei chronischer Hufrehe

Hufeisen mit Herzsteg, Lederplatte und Silikonpolster

Grundsätzlich gilt: Es gibt kein "Schema F" bei Beschlägen. Jeder Beschlag muss zu Pferd, Haltung und Nutzung passen und insbesondere auf z.B. durch Erkrankungen begründete Besonderheiten des Tieres eingehen.

Übernahme eines an chronischer Rehe erkrankten Tieres in die Kundschaft, Bilder vom ersten Beschlagstermin

Beschreibung zu untenstehenden Bildern
  • Der Huf vor dem Ausschneiden. Man erkennt die Tendenz zur Ausbildung eines "Schnabels" durch die Zusammenhangstrennung in der dorsalen Hufwand. Dieser Huf leidet unter mangelnder Hufbearbeitung.
  • Der gleiche Huf wenige Minuten später nach dem Ausschneiden und starken Beraspeln der Zehenwand. Nichttragendes Wandhorn wurde entfernt, der Abrollpunkt der Zehe dadurch stark zurückversetzt.
  • Vorderansicht des gleichen Hufs. Man sieht, dass beim Rehehuf häufig ein Beraspeln bis in den Beginn der Blättchenschicht der Wandlederhaut notwendig ist, um eine gestreckte Zehenachse herzustellen.
  • Auch in der Untersicht des Hufs erkennt man, dass das Wandhorn im sohlennahen Zehenwandbereich vollständig abgeraspelt wurde. Der Strahl muss beim Rehepferd das Gewicht des Tieres mittragen und wird äußerst sparsam bis gar nicht ausgeschnitten.
  • Zustand mit neuem Beschlag. Neben einer stoßdämpfenden Lederplatte wurde im Bereich des Strahls und bis ca. 20mm von der Hufbeinspitze entfernt ein Silikonpolster eingebracht. Das Eisen besitzt einen Herzsteg, um dem Strahl und dem eingebrachten Polster den notwendigen Gegendruck entgegenbringen zu können. Die Zehenrichtung ist flach anlaufend angeschliffen und erleichtert somit dem Pferd das abfußen. Die Zehenrichtung wird auch seitlich angebracht, um die für Rehepferde schmerzhaften Wendungen erträglicher zu machen. Die Zehe ist druckfrei, insbesondere ist der Sohlenbereich unter der Hufbeinspitze vollkommen frei und hat zur schützenden Lederplatte ca. 10mm Luft. Im Trachtenbereich des Hufeisens wurde ebenfalls eine flach anlaufende Trachtenrichtung angeschliffen, um der vorhandenen Trachtenfußung Rechnung zu tragen.
  • Untersicht des neuen Beschlags. Die Zehennägel werden ausgelassen, um keinen unnötigen Druck in die erkrankten Wandbereiche einzubringen. Wenige und möglichst zierliche Nägel zu verwenden ist beim Rehebeschlag ein weiterer Baustein des therapeutischen Beschlags.